Performance „Metamorphosen“ auf Mallorca

Wann? 13.06.2020
Wo?

Restaurant Florian, Porto Colom, Mallorca

Restaurant Florian
Carre, Carrer de’En Cristofur Colom
11BAJO, 07670 Porto Colom
Illes Baleares, Spanien

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Basierend auf seinen Arbeiten im Atelier beschreitet Ingo Wegerl weitere, ganz neue künstlerische Gestaltungswege, an deren Entwicklung er das Publikum nunmehr unmittelbar teilhaben lässt. In seinen Performances schafft er die Möglichkeit, künstlerischen Metamorphosen in ihrer einmaligen Gestaltungsfolge beizuwohnen. Dabei beschreibt seine Malerei auch hier Anfang und Ende eines ausdrucksstarken, spannungsreichen Exkurses, in dessen Verlauf sich Inhalt und Form zunächst verlieren, um sich im Verborgenen, zuerst nicht Sichtbaren für den Betrachter neu erschließen zu können.
Mit Schwamm und Tuch bearbeitet Ingo Wegerl sein Gemälde, verwischt einzelne Partien, streift allmählich sämtliche Bildelemente der Temperamalerei ab und löst sie nahezu gänzlich auf. Dabei kommen, zunächst nur partiell, darunter liegende Farbsegmente zum Vorschein, die sich nur langsam, sukzessive zu einer Gesamtkomposition zusammensetzen, – ein neues, bis dahin verborgenes Gemälde erwächst vor unseren Augen. Es ist ein langsamer Prozeß, in dem sich die Metamorphose nur allmählich, zunächst scheinbar zusammenhangslos entwickelt.

In seinen Performances beschreibt Ingo Wegerl Geschichten, die sich erst durch das Wegwischen des Dagewesenen herauskristallisieren. Dabei entstehen immer wieder überraschend neue Zwischenräume, malerische und inhaltliche, die unzählige Assoziationen freizusetzen vermögen und die einen dazu drängen, das zunächst Fragmentarische des Bildgrundes in seinem Ganzen zu erschließen. Unsere Suche nach dem Verborgenen sowie nach dem Vollkommenen bleibt auch hier vorherrschend, – umso verblüffender der vermeintlich destruktive Weg dorthin: das Verlieren und Zerstören der Konturen und Formen, die Schaffung eines Chaos, aus dem das Neue dann doch schließlich harmonisierend zusammenwächst.
Wie in seiner Malerei ist auch hier der Mensch bevorzugtes Bildmotiv von Ingo Wegerl; in seiner bildlichen Metamorphose spiegelt sich somit auch die Zerrissenheit des Individuums, die Veränderung des Menschen, vielleicht auch der Gesellschaft ausdrucksstark wider. Insbesondere aber das Prozeßhafte der Veränderung bildet das zentrale Thema der Performances; – ‚der Weg ist das Ziel‘, dem wir beiwohnen dürfen mit sämtlichen Möglichkeiten der gedanklichen Entfaltung.

Anders als bei den gerade jetzt in der zeitgenössischen Kunst favorisierten multimedialen Video- und Filminstallationen ist der künstlerische Verlauf dieser Performances ein einmaliges, nicht wiederholbares Ereignis. Die statische Situation des Bildes gleichsam verlassend, lässt Ingo Wegerl uns an der Genese seines Werkes teilhaben. Es ist eine unvorsehbare Entwicklung, auf die sich Künstler und Betrachter hier einlassen, eine Entwicklung, die in ihrem Verlauf und in ihrer individuellen Aussage nicht kalkulierbar ist. Der Punkt des Innehaltens, die Auflösung des einen Bildes in das andere aber bleibt allein dem Künstler überlassen, so dass die Suche nach dem Verborgenen für uns letztendlich bestehen bleibt.

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